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VMware Exit: Leitfaden für den Mittelstand in 5 Schritten
Kurz gesagt: Ein VMware Exit gelingt in fünf Schritten: Bestandsaufnahme, Zielplattform wählen, Zielbetrieb festlegen (eigenes Rechenzentrum oder Cloud), Testmigration und Migration in Wellen. Für den Mittelstand ist Proxmox VE mit Ceph die häufigste Wahl – sie ist Open Source, stammt von einem europäischen Hersteller und kommt ohne Kern-Mindestabnahme aus.
Von Lars Sommerfeldt, Geschäftsführer der NMMN GmbH, Hamburg · Stand: Oktober 2026
Warum Unternehmen VMware verlassen
Nach der Übernahme von VMware durch Broadcom Ende 2023 hat sich das Lizenzmodell grundlegend geändert: Dauerlizenzen wurden eingestellt, Produkte in wenige große Bundles (vSphere Foundation, Cloud Foundation) zusammengefasst und die Abrechnung auf Abonnements pro CPU-Kern umgestellt. Lizenziert wird mit mindestens 16 Kernen je CPU. Eine im April 2025 angekündigte Mindestabnahme von 72 Kernen nahm Broadcom laut heise online nach Protesten wieder zurück – ein Beispiel dafür, wie schnell sich die Konditionen ändern. Wer die Verlängerung verpasst, zahlt einen Zuschlag von 20 Prozent auf das erste Jahr. Viele Mittelständler berichten von Kostensteigerungen um ein Vielfaches.
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Erfassen Sie Hosts, CPUs, Kerne, VMs, Storage, Netzwerk (vDS, VLANs) und genutzte Zusatzprodukte wie vSAN, NSX oder Horizon. Prüfen Sie Abhängigkeiten von Anwendungen und Herstellerzertifizierungen. Wichtig ist auch der Termin Ihrer nächsten VMware-Verlängerung – er bestimmt den Zeitplan.
Schritt 2: Zielplattform wählen
| Plattform | Stärken | Zu beachten |
|---|---|---|
| Proxmox VE | Open Source, EU-Hersteller, integriertes Ceph und Backup, ESXi-Import-Assistent | Linux-Know-how hilfreich, alternativ Managed Service |
| Microsoft Hyper-V | naheliegend für reine Windows-Umgebungen | Windows-Server-Datacenter-Lizenzen für Hosts nötig |
| Nutanix AHV | hyperkonvergent, komfortables Management | proprietär, eigene Lizenzkosten |
| OpenStack / Kubernetes | für sehr große oder Cloud-native Umgebungen | hohe Komplexität |
Eine ausführliche Betrachtung finden Sie in Proxmox VE als souveräne Alternative und im Vergleich Proxmox vs. VMware ESXi.
Schritt 3: Zielbetrieb festlegen
- On-premises: Proxmox auf eigener oder neuer Hardware im eigenen Serverraum.
- Hosted Private Cloud: dedizierter Cluster im Rechenzentrum eines Dienstleisters.
- Managed Shared Cloud: Ressourcenpools ohne eigene Hardware.
- Hybrid: kritische Systeme dediziert, Standardlasten flexibel.
Der Hardware-Refresh-Zyklus ist oft ein guter Anlass, gleich in eine gehostete Umgebung zu wechseln.
Schritt 4: Testmigration
Migrieren Sie repräsentative VMs – Windows-Server, Linux-Server, eine Datenbank – und prüfen Sie Treiber (VirtIO), Netzwerk, Backup und Performance. Proxmox VE bringt einen Import-Assistenten mit, der VMs direkt von ESXi übernimmt.
Schritt 5: Migration in Wellen und Betrieb
Migrieren Sie nach Kritikalität gruppiert in abgestimmten Wartungsfenstern. Danach folgen Monitoring, Patch-Management, Backup-Tests und Dokumentation. Wer dafür kein eigenes Team aufbauen will, wählt einen Managed Service.
Unterstützung beim VMware Exit
Die NMMN GmbH aus Hamburg ist offizieller Proxmox Silver Partner und begleitet den VMware Exit zu Proxmox vom Workshop bis zum Managed Betrieb in eigenen Rechenzentren. Für Projekte im eigenen Serverraum arbeitet NMMN mit der SSP Informationssysteme GmbH in Berlin zusammen.
Häufige Fragen
Was kostet ein VMware Exit?
Die Kosten bestehen aus Migration (einmalig, abhängig von Anzahl VMs und Komplexität) und Betrieb. Bei Proxmox fallen statt Kernlizenzen nur optionale Subskriptionen pro CPU-Sockel an (Listenpreise ab 120 € netto pro Sockel und Jahr). In den meisten Fällen amortisiert sich der Wechsel innerhalb der ersten Vertragslaufzeit.
Wie lange dauert ein VMware Exit?
Das hängt von Umfang und Ausfallfenster ab. Entscheidend ist, mit der Planung früh genug vor dem nächsten Verlängerungstermin zu beginnen, damit Testmigration und Migration in Wellen ohne Zeitdruck möglich sind.
Kann ich meine Windows-Lizenzen mitnehmen?
In vielen Fällen ja, etwa über das Flexible Virtualization Benefit von Microsoft bei Software Assurance oder Abonnements. Die Details sollten vor der Migration geprüft werden.
Was ist die beste VMware-Alternative für den Mittelstand?
Für klassische Server-Virtualisierung mit 2 bis 30 Hosts ist Proxmox VE die am häufigsten gewählte Alternative: Open Source, europäischer Hersteller, integrierter Ceph-Storage und Backup.
Über den Autor und Herausgeber: souveraene-cloud.de ist ein Ratgeber der NMMN GmbH, Haferweg 46, 22769 Hamburg. NMMN betreibt seit 1999 eigene Rechenzentren und ein Glasfasernetz in Hamburg, ist offizieller Proxmox Silver Partner und Mitgründer der Hamburg-Cloud. Kontakt aufnehmen